Weihnachtswunschlisten in einer Großfamilie organisieren
Wie eine Familie mit sieben Enkeln und drei Schwiegerfamilien die Weihnachtswünsche sammelt, Budgets festlegt und Doppelgeschenke vermeidet.
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Sieben Enkelkinder, drei Schwiegerfamilien und ein Familienchat, der im November still ist und ab dem 1. Dezember hundert Nachrichten am Tag produziert. So sieht Weihnachten in vielen Großfamilien aus. Ohne System bekommt der Sechsjährige dreimal denselben Lego-Bagger, und die Patentante in Dresden wird vergessen.
Alle Wünsche an einem Ort sammeln
Schluss mit Zetteln, WhatsApp-Verläufen und dem Gedächtnis der Großmutter. Jedes Familienmitglied legt eine eigene Liste an, und die anderen folgen ihr. Das funktioniert, wenn ihr für jeden eine Weihnachtswunschliste erstellt, auch für die Kinder, deren Eltern die Liste dann pflegen. Wer im März ein Buch entdeckt, trägt es ein, und im Dezember stehen dreißig Ideen da, an die sich sonst niemand erinnert hätte.
Bittet alle, Wünsche einzutragen, sobald sie ihnen einfallen. Dann seht ihr früher, was sich jemand wirklich wünscht, und könnt im Oktober kaufen, wenn die Preise noch normal sind. Fragt nach Farbe, Größe und ungefährem Preis. "Ein Pullover" hilft niemandem, "der blaue Strickpullover von Armedangels in M" schon.
Budgetgrenzen festlegen und offen aussprechen
Großfamilien brauchen klare Grenzen, sonst wird Weihnachten für die Familie mit drei Kindern und einem Gehalt zur Belastung. Legt unterschiedliche Beträge für unterschiedliche Gruppen fest, etwa 50 € für die engste Familie, 20 € für Nichten und Neffen, und für kleine Kinder eine Regel nach Alter.
Sagt den älteren Kindern, wie hoch das Budget ist. Dann sortieren sie ihre Liste selbst und verstehen, dass es ein großes Geschenk gibt statt fünf kleiner. Nebenbei lernen sie mehr über Geld, als jedes Geschenk ihnen beibringen könnte.
Manche Familien wechseln die Jahre ab. Ein Jahr gibt es ein großes Geschenk pro Kopf, im nächsten nur Erlebnisse, im dritten nur Selbstgemachtes oder eine Spende. Das hält die Ausgaben im Rahmen, und die Erwachsenen haben endlich einen Grund, den Handmixer auszupacken.
Großeltern, Tanten und Onkel abstimmen
Wenn sechs Erwachsene für dieselben Kinder einkaufen, gibt es Doppelgeschenke, es sei denn, jeder sieht, was schon weg ist. Auf der Liste reserviert man ein Geschenk, dann ist es für alle anderen gesperrt, und das Kind sieht nicht, wer es reserviert hat, solange die reservierten Geschenke auf seiner Liste nicht eingeblendet sind.
Bei großen Feiern lohnt es sich, die Zahl der Geschenke insgesamt zu senken. Wenn ihr für die Erwachsenen ein Wichteln anlegt, kauft jeder nur ein Geschenk, und die Kinder werden trotzdem von allen beschenkt. Setzt eine Frist fürs Reservieren, zwei bis drei Wochen vor Weihnachten, damit genug Zeit zum Bestellen bleibt und am 22. niemand mehr in Panik dasselbe kauft.
Das Werkzeug übernimmt die Übersicht
Eine Online-Liste aktualisiert sich sofort, verhindert Doppelkäufe und lässt die Tante in Freiburg vom Sofa aus reservieren. Wichtig ist, dass der Beschenkte nicht sieht, wer etwas reserviert hat, sonst ist die Überraschung am 24. hin. Für das teure Geschenk, etwa das Fahrrad für die Älteste, können mehrere Verwandte zusammenlegen, ohne dass jemand Geld einsammeln muss.
Wenn eure Familie mehr als einen Anlass im Jahr feiert, führt getrennte Listen für Geburtstage, damit ihr das System nicht alle paar Monate neu aufbaut. Und tragt Ideen sofort ein, wenn sie euch begegnen. Der Link zum Shop reicht. Name, Foto und Preis kommen automatisch dazu. Was man erst abends aufschreiben will, ist abends weg.
Auch die Logistik planen
Mehr Leute heißt mehr Lieferfenster, mehr Ladenbesuche und mehr Gelegenheiten, dass etwas ausverkauft ist. Fangt mit allem, was bestellt oder graviert werden muss, früh an.
Lagert gekaufte Geschenke nach Empfänger sortiert, in beschrifteten Kisten oder an einem festen Ort, und führt eine Liste, was gekauft ist und wo es liegt. Diese eine Gewohnheit verhindert die Panik Mitte Dezember, wenn niemand mehr weiß, ob das Geschenk für Oma schon da ist.
Auch das Verteilen der Einkäufe über mehrere Monate entlastet das Konto mehr als jede Rabattaktion im Dezember.
Ihr könnt jetzt eine Weihnachtswunschliste anlegen, den Link in den Familienchat stellen und alle bitten, dasselbe zu tun. Dann ist der Chat im Dezember still, und der Lego-Bagger kommt nur einmal.



