Wichteln unter Kollegen ohne Budgetstreit und vergessene Termine

Wichteln im Büro geht meistens auf dieselbe Art schief. Einer zieht seinen eigenen Namen, die Kollegin aus der Buchhaltung gibt 40 Euro aus, obwohl 15 abgemacht waren, und die halbe Abteilung hat den Termin vergessen. Fast immer liegt das daran, dass die Regeln nie irgendwo standen.
Regeln festlegen, bevor sich jemand einträgt
Das Budget kommt zuerst. In den meisten deutschen Büros liegt es zwischen 10 und 20 Euro, und das reicht auch. Wer mehr zulässt, bekommt am Ende Geschenke, die nicht zusammenpassen: eine Tafel Schokolade neben einem Bluetooth-Kopfhörer, und beide Seiten stehen unangenehm da.
Die Teilnahme ist freiwillig, und das sagst du auch so. Nicht jeder feiert Weihnachten, nicht jeder hat im Dezember Geld übrig, und manche wollen schlicht nicht. Wer nicht mitmacht, muss das nicht begründen.
Kläre außerdem drei Dinge schriftlich, am besten in einer einzigen Mail: den Tag der Bescherung, ob Selbstgemachtes und Gutscheine erlaubt sind, und ob es klassisches Wichteln oder Schrottwichteln wird, bei dem jeder etwas aus dem Keller mitbringt. Rechne mit mindestens zwei Wochen zwischen Auslosung und Bescherung. Wer kürzer plant, bekommt Geschenke von der Tankstelle.
Der Hut zieht die falschen Namen
Zettel aus einem Hut sind sympathisch und funktionieren fast nie sauber. Jemand zieht sich selbst, das Paar aus dem Vertrieb zieht sich gegenseitig, und beim Nachziehen sieht jeder, wer wen bekommen hat. Dann ist die Überraschung weg, bevor überhaupt jemand einkaufen war.
Wenn du die Namen online ziehen lässt, bekommt jede Person nur den Namen, den sie gezogen hat, per Mail, mit dem Budget gleich dabei, und niemand kann sich selbst ziehen. Wer mag, hängt eine kleine Wunschliste an, damit der Wichtel weiß, ob es eher Tee oder eher Lakritz sein soll.
Hilf beim Schenken für Leute, die man kaum kennt
Das schwierigste Los ist der Kollege aus dem anderen Stockwerk, von dem man nur weiß, dass er mit dem Rad kommt.
Bitte deshalb alle bei der Anmeldung um drei Stichworte: eine Lieblingssüßigkeit, ein Hobby, etwas, das am Schreibtisch fehlt. "Salzlakritz, Gartenarbeit, eine bessere Thermoskanne" reicht völlig. Die Überraschung bleibt erhalten, und der Schenkende muss nicht mehr raten. Ein vager Hinweis wie "etwas fürs Homeoffice" ist immer noch besser als gar keiner.
Die Bescherung selbst
Freitagmittag ist der beste Termin. Alle sind da, danach hat niemand mehr ein Meeting, und wer früher gehen will, kann das nach einer halben Stunde. Ein Besprechungsraum mit Tisch reicht. Snacks helfen, Musik ist Geschmackssache.
Entscheide vorher, ob sich der Wichtel zu erkennen gibt. Offen ausgepackt gibt es mehr Gespräch, anonym nimmt es den Schüchternen den Druck. Bei Gruppen über zwölf Leuten bleibt ihr besser anonym, sonst dauert die Runde eine Stunde und die Hälfte schaut aufs Handy. Fotos nur, wenn alle einverstanden sind.
Was du tust, wenn etwas schiefgeht
Jemand vergisst das Geschenk. Jemand ist krank. Ein Paket liegt deutlich über dem Budget. Das passiert jedes Jahr, also plane es ein. Leg zwei oder drei neutrale Ersatzgeschenke im Rahmen des Budgets zurück, etwa ein Notizbuch von Leuchtturm1917, ein Pfund guten Kaffee oder einen Gutschein fürs Kino um die Ecke. Wer krank ist, findet sein Geschenk nach der Rückkehr auf dem Schreibtisch.
Wenn ein Geschenk sichtbar aus dem Rahmen fällt, sprich die Person danach unter vier Augen an, nie vor der Gruppe. Meistens war es gut gemeint.
Bei Teams im Homeoffice schickst du die Geschenke an die Privatadressen und packst in einem kurzen Videocall gemeinsam aus. Zwanzig Minuten reichen, länger hält die Aufmerksamkeit vor dem Bildschirm nicht.
Nach dem Wichteln kurz nachfragen
Frag in der Woche danach beim Kaffee, was gestört hat: das Budget, der Termin, die Sache mit den Gutscheinen. Zwei ehrliche Antworten reichen, um es im nächsten Jahr besser zu machen. Und wenn es wieder ansteht, kannst du das Wichteln online organisieren, dann übernimmt die Auslosung den langweiligen Teil und du kümmerst dich nur noch um das Geschenk.





