Was im Babyzimmer für ruhigen Schlaf wirklich zählt

Was im Babyzimmer für ruhigen Schlaf wirklich zählt

Die meisten Babyzimmer werden zuerst gestrichen und dann sicher gemacht. Umgekehrt wäre besser. Ein Baby verbringt im ersten Jahr den größten Teil des Tages in diesem Zimmer, schlafend, beim Stillen oder Fläschchen, später auf der Krabbeldecke. Die Wandfarbe merkt es sich nicht, die Matratze schon.

Bett und Zimmer sicher machen

Fang bei der Matratze an. Sie muss fest sein und ohne Lücke im Bett liegen; Babymatratzen gibt es fast alle in 70 mal 140 Zentimetern, passend zu den gängigen Gitterbetten. Stiftung Warentest prüft regelmäßig Babymatratzen und findet dabei immer wieder Modelle, die zu weich sind, also lohnt sich ein Blick in den letzten Test, bevor du kaufst. Die BZgA rät für den Schlafplatz zur Rückenlage und zum Schlafsack statt Decke, und dazu, kein Kissen und kein Kuscheltier mit ins Bett zu legen.

Dann das Zimmer. Steckdosen abdecken, Kommode und Regal an die Wand schrauben (eine Kommode kippt, sobald sich ein Kind an der offenen Schublade hochzieht), Kordeln von Rollos hochbinden oder gleich kordellose Rollos nehmen. Ein Raumthermometer mit Hygrometer kostet zehn Euro und zeigt, ob das Zimmer bei den etwa 18 Grad liegt, die die BZgA zum Schlafen empfiehlt. Die meisten Kinderzimmer sind zu warm.

Ein Video-Babyphone ist den Aufpreis gegenüber einem reinen Audiogerät wert. Wer sieht, dass das Baby sich nur dreht und weiterschläft, geht nicht hin.

Licht, das den Schlaf nicht stört

Verdunkelungsrollos gehören als Erstes ins Zimmer, noch vor dem Mobile. Ohne sie ist der Mittagsschlaf im Juni ein Kampf und der Abend um halb neun noch taghell. Thermorollos halten nebenbei im Sommer die Wärme draußen.

Für die Nacht reicht ein dimmbares Nachtlicht mit warmem, rötlichem Licht, gerade hell genug zum Wickeln und Stillen. Kaltweiße LED wecken alle im Raum, auch dich. Ein Modell mit Akku nimmst du mit zu den Großeltern.

Tagsüber braucht es eine Deckenleuchte, die nicht blendet, wenn das Baby auf dem Rücken liegt und nach oben schaut. Eine Lampe mit Stoffschirm neben dem Sessel reicht fürs Vorlesen.

Was beim Einschlafen wirklich hilft

Ein Gerät für weißes Rauschen deckt Türklingel, Geschirrspüler und das Geschwisterkind ab und wird nach ein paar Wochen zum Signal, dass Schlafenszeit ist. Manche Babys werden bei Regengeräuschen ruhig, andere bei gleichmäßigem Rauschen. Nimm ein Modell mit mehreren Klängen und Timer. Die Handy-App tut es auch, aber dann liegt das Handy die ganze Nacht im Kinderzimmer.

Schlafsäcke in zwei Größen und zwei Dicken statt Decken, ein dünner für den Sommer und ein gefütterter für den Winter. Baumwolle oder Bambusviskose, kein Fleece, das staut Wärme.

Ein Stillsessel mit echter Rückenlehne, nicht der Küchenstuhl. Um drei Uhr nachts merkt man den Unterschied. Daneben ein kleiner Tisch für Spucktuch, Wasserglas und Handy, damit niemand mit dem Baby auf dem Arm durchs Zimmer sucht. Ein Luftbefeuchter ist nur nötig, wenn die Heizung im Winter die Luft unter 40 Prozent Feuchte drückt; das Hygrometer zeigt es. Dann ein Modell, das sich ohne Werkzeug reinigen lässt, sonst steht es nach zwei Wochen verkeimt in der Ecke.

Stauraum, damit das Zimmer ruhig bleibt

Eine Wickelkommode mit Platz für Windeln, Feuchttücher und Kleidung deckt fast alles ab. Auf zehn Quadratmetern tut es eine Wickelauflage auf der vorhandenen Kommode genauso. Lass das Baby nie allein auf der Auflage liegen, auch nicht für den Griff zur Windel; ein Sicherheitsgurt an der Auflage ersetzt das nicht.

Geschlossene Schubladen und Kisten für alles Kleine, sobald das Baby krabbelt. Offene Regale für Bücher und ein paar Dinge zum Anschauen, an der Wand befestigt. Ein Wäschekorb mit Deckel, weil Bodys mit Spuckflecken sonst das Zimmer riechen lassen. Ein waschbarer Teppich mit rutschfester Unterseite markiert die Spielecke und polstert die Bauchlage. Das Mobile über dem Bett ist nett für die ersten Monate und muss weg, sobald das Baby sich aufsetzt oder danach greift.

Am Ende zählen vier Entscheidungen, die Matratze, das Rollo, die Temperatur und ein fester Platz für alles. Der Rest ist Deko und kann warten. Du kannst eine Geburtsliste erstellen und diese vier Dinge ganz oben eintragen, damit Familie und Freunde zuerst das schenken, was du wirklich brauchst.

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