Wunschliste zur Einweihung eines Neubaus, Zimmer für Zimmer

Ein Neubau wird leer übergeben. Kabel hängen aus der Decke, an den Fenstern ist nichts, die Schränke sind leer, und in Deutschland fehlt oft sogar die Küche. Wer in einen Altbau zieht, übernimmt wenigstens ein paar Lampen und eine Gardinenstange. Eine Wunschliste zur Einweihung füllt die Lücken schneller, und die Gäste bringen etwas mit, das wirklich hilft, statt der dritten Flasche Prosecco.
Was am ersten Tag fehlt
Vorhänge oder Rollos stehen ganz oben. Sonst schaut schon in der ersten Nacht die Nachbarschaft ins Schlafzimmer. Danach die Küche: ein Wasserkocher, ein Toaster, zwei Töpfe, ein Messer, das wirklich schneidet, und Vorratsdosen für die leeren Schränke.
Beleuchtung ist die Lücke, die am längsten bleibt. Viele wohnen monatelang unter einer nackten Glühbirne, weil es immer etwas Dringenderes gibt. Eine Stehlampe für 40 Euro von Ikea verändert das Wohnzimmer mehr als ein Sessel für 400. Dazu ein Akkuschrauber (der Bosch IXO reicht für Bilder und Regale), ein Erste-Hilfe-Kasten und Ersatzbatterien für die Rauchmelder. Unglamourös, aber in einem Haus, in dem noch nie jemand gewohnt hat, geht in der ersten Woche garantiert etwas kaputt.
Kahlen Wänden Charakter geben
Sobald das Nötigste da ist, kommen die Dinge auf die Liste, mit denen die Wohnung nach ihren Bewohnern aussieht. Ein großer Spiegel im Flur, drei gerahmte Drucke fürs Wohnzimmer, zwei Wandregale für die Sachen, die schon da sind. Wandschmuck bringt bei kahlen Wänden am meisten, und er ist genau das, was sich niemand selbst kauft, weil es "nicht dringend" ist.
Textilien gehören dazu, und das hat wenig mit Optik zu tun. Ein Teppich in 160 mal 230 cm, Kissen, eine Wolldecke und eine Tischdecke schlucken Schall. Neubauten haben Estrich, glatte Wände und große Fenster, und ohne Stoff im Raum hallt jedes Gespräch wie im Treppenhaus.
Die Liste Zimmer für Zimmer aufbauen
Geh die Wohnung Raum für Raum durch, dann vergisst du nichts und die Schenkenden haben ein klares Ziel. In der Küche gehören die Dinge auf die Liste, die man sich selbst nie gönnt: ein Schneidebrett aus Eiche, ein Bräter von Le Creuset, der Thermomix, den du dir seit Jahren verkneifst. Im Schlafzimmer zählt Komfort. Gute Bettwäsche in 135 mal 200, Verdunkelungsvorhänge, ein Lichtwecker.
Im Wohnzimmer kommt es darauf an, wie du den Raum nutzt. Brettspiele wie Cascadia oder Azul, wenn oft Freunde kommen, Bildbände für den Couchtisch, eine zweite Decke fürs Sofa. Mit Balkon oder Garten kommen ein Balkonkasten, eine Solar-Lichterkette und zwei Klappstühle dazu, damit du draußen nicht bei null anfängst.
Große Möbel gehören nicht auf die Liste. Ein Sofa oder ein Esstisch will ausgesucht und probegesessen werden, und nach drei Monaten im Haus sieht der Grundriss ohnehin anders aus als auf dem Plan.
Preise und Jahreszeit
Verteil die Liste über mehrere Preisklassen, vom Geschirrtuch für 8 Euro bis zum Bräter für 250, damit die Nachbarin genauso etwas findet wie die Patentante. Die Jahreszeit spielt mit: Bei einem Umzug im November sind Decken und Kerzen sinnvoll, im Mai eher der Grill und die Klappstühle.
Erst einziehen, dann feiern
Feier die Einweihung vier bis sechs Wochen nach dem Einzug, nicht vorher. Dann weißt du, dass das Licht in der Küche zu dunkel ist und das Bad einen Hocker braucht, statt zu raten. Die Geschenke, die am Ende zählen, sind die, die jeden Tag benutzt werden: das Tablett, das bei jedem Abendessen auf dem Tisch steht, oder das Bild, nach dem jeder Gast fragt.
Sobald du ein Gefühl für die Wohnung hast, kannst du die Wunschliste erstellen und Praktisches mit den Dingen mischen, die du dir selbst nie kaufen würdest.





