Wichteln in der Schulklasse ohne Zettelchaos und Budgetstreit

Ein Wichteln in der Klasse geht meistens an denselben Stellen schief. Ein Kind packt ein Geschenk für 20 Euro aus, das Kind daneben eines für 3 Euro. Zwei Kinder haben denselben Namen gezogen, weil ein Zettel doppelt im Hut lag. Und ein Kind, dessen Familie kein Weihnachten feiert, sitzt am Rand. Alle drei Pannen lassen sich vermeiden, wenn die Erwachsenen vorher eine Viertelstunde in die Organisation stecken.
Das Budget steht vor allem anderen fest
In der Grundschule reichen 5 bis 10 Euro, in der weiterführenden Schule 10 bis 15 Euro. Ein niedriges Limit ist hier die bessere Wahl, denn jedes Kind soll mitmachen können, auch das mit dem knappen Taschengeld.
Schick den Eltern einen kurzen Zettel oder eine Nachricht über den Klassenverteiler: Budget, der Tag der Bescherung, und was nicht in Frage kommt. Selbstgebackenes gehört auf diese Liste, allein schon wegen der Nussallergie, die es in fast jeder Klasse gibt. Verweise stattdessen auf Bücher, Stifte, Kartenspiele wie Uno oder Dobble, Bastelsets, Sticker. Die Teilnahme bleibt freiwillig. Für Kinder, die nicht mitmachen, hältst du am besten ein kleines Geschenk aus der Klassenkasse bereit, damit an dem Tag niemand mit leeren Händen dasitzt.
Namen ziehen per E-Mail statt mit Zetteln im Hut
Der Hut mit Zetteln klingt nett und geht in einer Klasse mit 26 Kindern fast immer schief. Jemand zieht sich selbst, jemand fehlt an dem Tag, jemand hat den Zettel bis zum nächsten Morgen verloren. Du kannst die Namen online ziehen lassen: Namen und Budget eintragen, und jeder Teilnehmer bekommt seine Zuteilung per E-Mail, ohne die der anderen zu sehen.
Bei jüngeren Kindern schickst du die Mails an die Eltern. Die kennen dann den Namen, das Kind kann trotzdem mitplanen, und die Überraschung hält bis zur Bescherung. In der weiterführenden Schule können die Schüler ihre Zuteilung selbst bekommen. Heb dir als Lehrkraft trotzdem eine Übersicht auf, für den Fall, dass am Tag der Bescherung jemand krank ist und ein Geschenk fehlt.
Eine kurze Wunschliste hilft beim Klassenkameraden, den man kaum kennt
Schwieriger als das Geld ist das Kind, das man nur vom Sehen kennt. Der Junge aus der anderen Sitzreihe, das Mädchen, das erst im September dazugekommen ist. Bitte die Eltern, mit ihrem Kind eine Wunschliste zu erstellen, mit drei bis fünf Ideen im Rahmen des Budgets.
Kurz und schultauglich muss sie sein: ein Band aus einer Reihe, die das Kind gerade liest (Die drei ??? Kids, Gregs Tagebuch), ein Rätselheft, ein Set Fineliner, eine Sammelfigur. Elektronik und alles, was im Unterricht Krach macht, bleibt weg. Drei Ideen sind genug. Bei mehr sucht der Schenkende zu lange, bei weniger ist am Ende ein Wunsch ausverkauft und die Familie steht wieder am Anfang.
Nicht jede Familie feiert Weihnachten oder hat Geld dafür
Nenn das Ganze Klassenwichteln oder Wintertauschen statt Weihnachtswichteln. Das kostet nichts und nimmt den Kindern, die zu Hause kein Weihnachten feiern, das Gefühl, bei einem fremden Fest zu Gast zu sein.
Beim Geld hilft ein stiller Weg. Leg zwei oder drei Geschenke aus der Klassenkasse oder über den Förderverein zurück, ohne zu sagen, für wen. Wer nichts mitbringen kann, sagt der Lehrkraft Bescheid, und am Tag der Bescherung sieht niemand einen Unterschied. Das funktioniert besser als ein Sammeltopf am Elternabend, bei dem jeder mitbekommt, wer einzahlt und wer nicht.
Die Bescherung braucht eine ganze Stunde
Plane die Übergabe in der letzten Stunde vor den Ferien, nicht in den zehn Minuten vor dem Klingeln. Die Kinder dürfen raten, wer ihr Wichtel war, bevor es aufgelöst wird. Ein kleiner Hinweis am Paket („Ich sitze am Fenster“) macht das Raten spannender. Kekse und Musik gehen, wenn die Schulordnung es zulässt, Fotos nur mit Einverständnis der Eltern. Manche Kinder mögen den Moment nicht, in dem alle zusehen. Lass sie auspacken, wann sie wollen, und halte eine ruhige Ecke frei.
Wenn du das nächste Mal dran bist, kannst du das Wichteln online organisieren: Namen eintragen, Budget festlegen, Ziehung per E-Mail verschicken, Wunschlisten an einem Ort. Der Zettel für die Eltern bleibt dann der einzige Papierkram.





