Wichteln zu zweit am Valentinstag
Wichteln für zwei: Budget und Motto festlegen, Wunschlisten über eine dritte Person tauschen, das Geschenk inszenieren und daraus eine Gewohnheit machen.
3 Min. Lesezeit

Wichteln zu zweit klingt erst mal absurd. Ihr wisst ja, wen ihr zieht. Trotzdem lohnt es sich, weil das Spiel mit Budget, Motto und Geheimhaltung euch dazu bringt, einander wieder zuzuhören. Paare, die es einmal probiert haben, machen es meistens wieder.
Ein anderer Ablauf als sonst
Der übliche Valentinstag läuft so: Du kaufst etwas, dein Partner kauft etwas, und beide ahnen seit Wochen, was unter dem Papier steckt. Beim Wichteln zu zweit gibt es Regeln, ein Budget und ein Motto, und dadurch wird aus der Pflichtübung ein kleines Spiel. Wer schenkt, ist klar. Was geschenkt wird, bleibt bis zum Abend geheim. Und weil ein Motto vorgibt, worauf man achten soll, fallen einem plötzlich Sätze auf, die man sonst überhört hätte. Die Bemerkung über die abgelaufene Bibliothekskarte zum Beispiel oder der Seufzer beim Anblick des kaputten Rucksacks.
Die Regeln für zwei Personen
Legt zuerst ein Budget fest. Ob 30 oder 50 €, ist egal, Hauptsache, es gilt für beide. Das nimmt dem Abend das Ungleichgewicht, das entsteht, wenn einer mit einem Wochenende in Wien ankommt und der andere mit einem Buch.
Dann kommt das Motto. „Etwas Selbstgemachtes“, „ein Erlebnis für uns beide“ oder „etwas, das an unser erstes Date erinnert“ funktionieren gut, ohne zu eng zu sein. Nehmt auf jeden Fall ein Motto. Ohne Motto ist es nur Schenken mit Preisdeckel.
Damit die Überraschung hält, sollte jeder von euch auf Happy Giftlist eine Wunschliste erstellen, mit fünf oder sechs Dingen im Budget. Reservierungen sieht der Listenbesitzer nur, wenn er sie selbst einblendet, und was am Ende gekauft wurde, weiß sonst nur der Schenkende. Wenn ihr es ganz altmodisch wollt, gebt die Listen einer gemeinsamen Freundin, die sie weiterreicht.
Geschenke, die zu diesem Format passen
Erlebnisse funktionieren hier am besten: ein Picknick, das der andere nicht kommen sieht, ein Pasta-Kurs für zwei oder eine Playlist mit den Liedern aus dem Sommer, in dem ihr zusammengekommen seid.
Persönliche Dinge passen genauso: ein Fotobuch vom letzten Urlaub, ein Anhänger mit Gravur, eine Zeichnung eurer ersten Wohnung von einer Illustratorin auf Etsy. Solche Geschenke kosten Zeit, und genau deshalb zählen sie beim Wichteln doppelt.
Praktisches ist erlaubt. Wenn dein Partner seit Monaten über den kaputten Rucksack klagt, kauf die Version, die er sich selbst nie gönnen würde, und leg einen Zettel dazu, aus dem hervorgeht, dass du zugehört hast.
Die Übergabe planen
Plant den Moment genauso sorgfältig wie das Geschenk. Legt in den Tagen davor kleine Hinweise aus, einen Zettel im Mantel, ein Foto auf dem Kühlschrank, etwas, das andeutet, was kommt, ohne es zu verraten.
Sucht einen Ort, der etwas bedeutet. Die Bar vom ersten Date, die Bank am Fluss oder einfach das Sofa mit dem Lieblingsessen und der Musik von damals. Diese Details bleiben länger im Kopf als das Geschenk selbst. Ein Jahr später erinnert ihr euch noch an das Essen, das Licht und den Zettel und müsst kurz überlegen, was eigentlich in der Schachtel war.
Daraus eine Gewohnheit machen
Wenn es einmal geklappt hat, gibt es keinen Grund, es auf den Valentinstag zu beschränken. Macht es jedes Quartal mit neuem Motto und neuem Budget, zum Jahrestag, zum Geburtstag oder an einem Dienstag im Oktober, wenn euch danach ist. Wechselt das Motto jedes Mal, sonst wird es nach dem dritten Mal Routine.
Hebt Fotos und Zettel aus jeder Runde auf. Nach ein paar Jahren habt ihr ein Album mit allem, was ihr euch geschenkt habt und warum, und das sagt mehr über euch beide aus als jedes einzelne Geschenk darin.
Eine Auslosung online braucht mindestens drei Teilnehmer. Wenn ihr es trotzdem offiziell machen wollt, nehmt ein befreundetes Paar dazu. Dann könnt ihr auf Happy Giftlist in zwei Minuten ein Wichteln organisieren, mit Budget und Motto in der Einladung.



