Was auf die Geburtsliste muss und was ihr streichen könnt

Was auf die Geburtsliste muss und was ihr streichen könnt

Im Babyfachmarkt bekommt ihr eine Checkliste mit hundert Positionen in die Hand gedrückt, und die Hälfte davon werdet ihr nie auspacken. Der Klassiker ist der Feuchttücherwärmer, ein Geschenk mit besten Absichten, das drei Jahre später mit Preisschild dran auf dem Flohmarkt liegt. Hier steht, was in den ersten Monaten wirklich täglich in der Hand ist und was ihr ohne schlechtes Gewissen von der Liste nehmen könnt.

Ohne diese Dinge geht es nicht

Ganz oben steht die Babyschale. Ohne sie kommt ihr nicht aus dem Krankenhaus nach Hause. Nehmt ein Modell nach der i-Size-Norm, das in euer Auto passt, und probiert das im Laden mit dem eigenen Wagen aus.

Zum Schlafen braucht ihr eine feste Matratze fürs Bettchen, drei Spannbettlaken und zwei Schlafsäcke oder Pucktücher. Nestchen, Kissen und lose Decken bleiben draußen, so rät es die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung für das erste Lebensjahr. Ein Babyphone beruhigt vor allem die Eltern, und das ist auch etwas wert.

Dazu eine Trage oder ein Tragetuch. Eure Arme werden es euch nach der zweiten Woche danken, und die meisten Babys werden am Körper schneller ruhig als im Wagen. Und Mulltücher, viele. Zwanzig Stück gehen in einer Woche durch.

Füttern, mit Brust oder Flasche

Spucktücher, Lätzchen und ein Stillkissen braucht ihr bei beiden Varianten; auch Eltern, die mit der Flasche füttern, legen das Baby gern auf das Kissen. Wer stillt und wieder arbeiten geht, braucht eine gute Milchpumpe. Fragt vorher die Hebamme, in Deutschland bekommt ihr eine elektrische Pumpe oft auf Rezept aus der Apotheke geliehen. Für Flasche oder abgepumpte Milch gehören sechs Flaschen, Sauger in zwei Stufen und eine Flaschenbürste auf die Liste.

Der Hochstuhl wirkt auf der Geburtsliste verfrüht, aber mit etwa sechs Monaten beginnt der Brei, und dann ist der Stuhl plötzlich dringend. Setzt ihn jetzt drauf und achtet darauf, dass er sich mit einem Lappen abwischen lässt. Das klingt nach Kleinigkeit und ist nach dem ersten Möhrenbrei keine mehr.

Klingt unverzichtbar, ist es nicht

Der Feuchttücherwärmer. Babys kommen mit Tüchern bei Zimmertemperatur bestens zurecht. Der Windeleimer mit Spezialkassetten für 8 € das Stück lässt sich durch einen normalen Eimer mit Deckel ersetzen, den man einfach jeden Tag leert.

Babyschuhe sind süß und nutzlos. Ein Baby läuft die ersten zehn Monate nirgendwohin, und Söckchen oder Strampler mit Füßen wärmen besser. Ein Badesitz ist verzichtbar; ein Badeeimer oder das Waschbecken in der Küche tun es genauso. Der Babynahrungszubereiter für 150 € und der Flaschensterilisator gehören in dieselbe Schublade: Ein Pürierstab und ein Topf mit kochendem Wasser erledigen beides.

Was sich zusätzlich lohnt

Eine Wippe gibt euch genau dann die Hände frei, wenn ihr sie am dringendsten braucht, zum Beispiel um selbst etwas zu essen. Ein White-Noise-Gerät hilft vielen Babys beim Einschlafen, und in den ersten Monaten ist jede halbe Stunde Schlaf Gold wert.

An manche Dinge denkt kein Gast, ihr braucht sie trotzdem: zusätzliche Spannbettlaken, Windeln in Größe 1 und 2, parfümfreies Waschmittel und Fieberzäpfchen für Babys (Dosierung vorher mit der Kinderärztin klären). Eine Wickeltasche, die zu euch passt, wird jeden Tag benutzt. Rucksack, Umhängetasche oder große Tote, Hauptsache mit isoliertem Fach für die Flasche und abwischbarem Innenfutter.

Die Liste für die Schenkenden brauchbar machen

Mischt die Preise. Neben der Babyschale für 250 € gehören Bodys für 12 €, ein Paket Windeln und Lätzchen auf die Liste, damit die Nachbarin genauso etwas findet wie die Großeltern. Auf Happy Giftlist können mehrere Leute auf einen teuren Wunsch zusammen einzahlen, und die Kollegen legen so aus zehn mal 30 € die Wippe und den Hochstuhl zusammen.

Nehmt Kleidung in mehreren Größen auf. Die Sachen in 56 sind nach vier Wochen zu klein, und wenn dann schon Teile in 68 und 74 im Schrank liegen, erspart euch das den Einkauf mit Baby unterm Arm. Und setzt ein paar Dinge drauf, die nichts mit dem Kind zu tun haben: Fertiggerichte für den Tiefkühler, ein Gutschein für den Lieferdienst, ein Beitrag für die Putzhilfe in den ersten sechs Wochen.

Babys brauchen deutlich weniger, als der Fachmarkt behauptet. Setzt auf die Liste nur das, wonach ihr im Alltag greifen werdet, und erstellt eine Geburtsliste, die ihr an alle schickt, die fragen, wie sie helfen können.

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