Erlebnisse statt Spielzeug, Geschenkideen für die Herbstferien
Obsthof, Zoo-Jahreskarte oder Freilichtmuseum: Geschenke für die Herbstferien, die eine Familie wirklich einlöst, und welche Abos sich nicht lohnen.
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Zwei Wochen Herbstferien, die Oma fragt, was sie den Kindern schenken soll, und das Kinderzimmer platzt jetzt schon. Ein Ausflug, den die Familie gemeinsam macht, hält länger als das dritte Spielzeugauto. Er braucht allerdings jemanden, der ihn plant.
Raus, solange das Wetter mitspielt
Im Oktober ist auf den Obsthöfen Apfelernte. Im Alten Land bei Hamburg, am Bodensee und rund um Meckenheim kann man selbst pflücken, zahlt am Ende nach Gewicht und hat für die Kinder zwei Stunden Beschäftigung, die nach Apfel riechen. Die Kürbisausstellung im Blühenden Barock in Ludwigsburg läuft bis Anfang November und gilt als die größte der Welt. Ein Familienticket dafür ist ein Geschenk, das eine Stunde Autofahrt wert ist.
Wer lieber wandert, schenkt einen Tag im Wald mit Thermoskanne und Kakao. Das klingt nach nichts, wird aber jedes Jahr wiederholt, sobald es einmal stattgefunden hat. Für Familien mit Rädern: eine Tagesetappe auf einem Flussradweg, etwa an der Mosel oder im Altmühltal, mit Rückfahrt im Zug, bevor die Kinder streiken.
Drinnen, wenn es regnet
Ein Bastelnachmittag mit gepressten Blättern, Aquarellkasten und Kastanienmännchen kostet rund 15 Euro Material und hinterlässt keinen Karton, der danach im Regal steht. Backen funktioniert genauso: Apfelkuchen, Zwetschgendatschi, Zimtschnecken, alles, was die Küche eine Stunde lang warm macht. Wer das verschenkt, packt die Zutaten in eine Kiste und schreibt das Datum dazu, an dem er zum Backen vorbeikommt.
Brettspiel-Cafés gibt es inzwischen in vielen größeren Städten. Man zahlt ein paar Euro pro Person und probiert Spiele aus dem Regal, bevor man 40 Euro für ein Spiel ausgibt, das nach zwei Runden im Schrank bleibt. Für Kinder ab acht ist das ein besserer Nachmittag als das Kino.
Museen, Zoos und Freilichtmuseen
Die Familienjahreskarte für den Zoo ist das Erlebnisgeschenk, das am ehesten genutzt wird. Man geht auch für anderthalb Stunden hin, weil es nichts extra kostet, und im Herbst sind die Wege leer. Bei Museen lohnt sich die Jahreskarte nur bei den großen Häusern, dem Deutschen Museum in München, dem Technik Museum Speyer, dem Phaeno in Wolfsburg oder dem Universum in Bremen. Ein Heimatmuseum besucht man einmal.
Freilichtmuseen wie der Hessenpark oder das Freilichtmuseum Detmold sind im Herbst am schönsten, wenn in den alten Höfen geheizt wird. In den Ferien bieten viele Workshops an, bei denen Kinder Brot backen oder Wolle spinnen, meist gegen eine kleine Gebühr und mit Anmeldung. Frag rechtzeitig nach, die Plätze sind in der ersten Ferienwoche weg.
Abos, die über die Ferien hinausreichen
Ein Zeitschriftenabo wie GEOlino oder Dein Spiegel kommt jeden Monat und wird gelesen, weil es im Briefkasten liegt und nicht auf dem Tablet. Experimentierkästen von Kosmos, etwa zum Kristallezüchten oder das Chemielabor, beschäftigen an Regentagen, brauchen aber einen Erwachsenen, der mitmacht.
Monatliche Bastel- oder Experimentierboxen lohnen sich selten. Die erste Box wird aufgemacht, die zweite auch, die dritte liegt bis Weihnachten ungeöffnet im Flur. Wer so etwas trotzdem schenken will, nimmt drei Monate statt eines Jahres.
Geschenke, aus denen feste Termine werden
Ein Gutschein für das Herbstfest im Ort, das Laternenbasteln vor dem Umzug oder den Brunch am letzten Ferientag wird zum festen Termin, wenn man ihn zweimal einlöst. Fotos im Laub bieten viele Fotografen im Oktober als Kurztermin von 20 Minuten an, deutlich günstiger als Familienfotos im Studio, und das Bild hängt danach zehn Jahre im Flur.
Ein Album, in das die Kinder Eintrittskarten und ein Blatt vom Ausflug kleben, ist das einzige Erinnerungsstück, das sich lohnt. Mit zwölf finden sie es peinlich, mit zwanzig holen sie es hervor.
Wenn Großeltern, Paten und Tanten fragen, was sie schenken sollen, erstellt eine Wunschliste mit den Ausflügen und Karten, die ihr euch für die Ferien wünscht, und schreibt dazu, wer mitkommen darf. Dann wird aus dem Gutschein ein Nachmittag mit Oma statt eines weiteren Spielzeugbergs.



