Wie viel Hochzeitsgäste für ein Geschenk ausgeben
Was Eltern, Geschwister, Freunde und Kollegen für Hochzeitsgeschenke ausgeben, warum die Beträge schwanken und wie ihr die Liste für jedes Budget aufbaut.
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Die Hochzeitsliste ist fertig, und jetzt kommt die Frage, die sich jedes Paar stellt: Ist ein Topfset für 250 € eine Zumutung, oder kauft das sowieso die Patentante? Wer ungefähr weiß, was Gäste ausgeben, kann die Liste so bauen, dass jeder etwas findet, ohne dass sich jemand geniert.
Was Gäste je nach Nähe ausgeben
Bei den meisten Hochzeiten geben die Eltern am meisten, oft 200 bis 300 € oder deutlich mehr, vor allem wenn sie sich an der Feier selbst nicht beteiligen. Geschwister und Großeltern liegen meist zwischen 100 und 150 €. Tanten, Onkel und Cousins bewegen sich eher um die 50 bis 100 €.
Bei Freunden geht die Spanne weiter auseinander. Trauzeugen und enge Freunde geben häufig 100 bis 150 €, lockere Freunde und Kollegen rechnen eher mit 30 bis 75 €. Das sind grobe Muster, keine Regeln. Wie es in eurer Familie läuft, wisst ihr besser als jede Tabelle.
Warum die Beträge schwanken
Der Wohnort spielt eine Rolle. Gäste aus München oder Hamburg geben tendenziell mehr als Gäste aus einer Kleinstadt in der Eifel, weil sie für alles andere auch mehr zahlen. Eine Feier im Schloss mit Dresscode treibt die Beträge ebenfalls nach oben, genau wie eine Hochzeit in der Toskana, bei der die Gäste aber gleichzeitig Flug und Hotel zahlen und deshalb beim Geschenk sparen.
Das Alter zählt genauso. Die Studienfreundin mit BAföG-Rückzahlung gibt weniger als der Onkel, der seit zwanzig Jahren Abteilungsleiter ist, und das ist völlig in Ordnung. Gäste, die als Paar kommen, planen ein gemeinsames Geschenk, das meist über dem liegt, was ein einzelner Gast ausgeben würde, aber unter dem Doppelten.
Und dann ist da die Reihenfolge der Feiern. Wer schon zum Polterabend etwas mitgebracht und beim Junggesellinnenabschied das Wochenende in Prag mitgezahlt hat, teilt sein Budget auf drei Anlässe auf. Beim Hochzeitsgeschenk bleibt dann weniger übrig.
Eine Liste, auf der jedes Budget etwas findet
Setzt kleine Dinge zwischen 15 und 30 € auf die Liste, etwa einen Pizzaschneider von WMF, Cocktailgläser oder einen Bilderrahmen für das Hochzeitsfoto. Dazu kommt die mittlere Stufe zwischen 30 und 100 €: eine Servierplatte, der Wasserkocher mit Temperaturwahl, ein Bettwäscheset aus Leinen.
Für die Gäste, die mehr ausgeben wollen, gehören Dinge zwischen 100 und 300 € dazu, etwa die KitchenAid, das Topfset von Fissler oder der Esstisch für draußen. Zwei oder drei richtig teure Wünsche dürfen ebenfalls drauf. Niemand muss sie allein kaufen, mehrere Gäste können zusammenlegen, und auf Happy Giftlist geht das direkt auf der Liste.
Wenn ihr eine Hochzeitsliste erstellt, rechnet mit zwei bis drei Wünschen pro Gast, verteilt über alle Preisstufen. Dann ist auch drei Tage vor der Hochzeit noch etwas übrig, und der Cousin, der spät dran ist, muss nicht das letzte Geschirrtuch nehmen.
Was sich beim Geld gehört
Ein Geschenk ist keine Pflicht, und Gäste haben nach alter Sitte bis zu einem Jahr nach der Hochzeit Zeit, eines zu schicken. Die meisten kommen innerhalb von drei Monaten an. Viele Gäste, gerade die älteren, schenken lieber Geld im Umschlag als etwas von der Liste. Beides ist willkommen, und wer die Liste um einen Beitrag zur Hochzeitsreise ergänzt, gibt den Bargeldschenkern eine Richtung.
Schickt für jedes Geschenk eine Dankeskarte, unabhängig vom Wert, und schreibt hinein, wofür ihr es benutzt habt. Der Satz über das erste Risotto in der neuen Pfanne macht die Karte persönlich. Zeigt Beträge nirgends öffentlich an und redet vor anderen Gästen nicht darüber, wer wie viel gegeben hat.
Wenn ein Geschenk aus dem Rahmen fällt
Manche Gäste haben schlicht kein Geld für 100 €, und dass sie an eurem Tag da sind, zählt mehr als der Umschlag. Andere schenken das Silberbesteck der Großmutter, eine selbst gedrechselte Schale oder ein Wochenende Babysitten für später. Solche Geschenke stehen auf keiner Liste, und es sind oft die, die nach zwanzig Jahren noch da sind.
Ihr könnt in wenigen Minuten eine Hochzeitsliste anlegen, die vom Pizzaschneider für 20 € bis zur Küchenmaschine für 500 € alles abdeckt, damit jeder Gast in seinem Budget etwas findet.



